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Kaufsucht ruiniert: Frühzeitig bekämpfen ist der einzige Ausweg

Redakteur, am 3:27 pm

Gerade durch den Boom, den das Internet die letzten Jahre erfährt, ist es kinderleicht geworden, zu jeder Tageszeit einzukaufen. Das ist unsagbar praktisch, solange man sich auf das beschränkt, was man auch wirklich braucht, beziehungsweise was man auch wirklich bezahlen kann. Schon durch den Versandhandel wurde das Thema Kaufsucht zu einem immer größeren Problem, jedoch seit es das Internet in jedem Wohnzimmer gibt, nimmt die Zahl derer, die seelische Probleme mit einem Kaufzwang bekämpfen wollen, stetig zu. Anlass ist oft eine seelische Verletzung, eine schlimme Erfahrung oder eine schlechte Behandlung, wie zum Beispiel eheliche Gewalt, ein Todesfall oder ähnliches. Statt sich Hilfe zu holen, trösten sich die Betroffenen durch „Belohnungen“, die sie für sich oder Angehörige, wie etwa Kinder, kaufen. Bald häufen sich Dinge, die kaum ausgepackt und angesehen wurden, in den Ecken – lauter Frustkäufe, die man eigentlich gar nicht wirklich braucht.

Früher war man durch das Limit seiner Scheckkarte und durch mangelnde Möglichkeiten, anschreiben zu lassen, wenigstens auf sein monatliches Einkommen beschränkt. Heute wird zum Teil auch online auf Raten gekauft, werden Zahlungspausen gestattet und andere Erleichterungen angeboten, die jedoch dem Kaufsüchtigen absolut keinen Vorteil bieten. Im Gegenteil: Bald schon sind die Ersparnisse aufgebraucht, beginnt man, Schulden zu machen.

Ach, das gönn ich mir noch! So begründen die Kranken ihren nächsten Einkauf und so geraten sie immer tiefer und immer unvermeidbarer in eine Schuldenfalle, aus der sie kaum noch entkommen können. Selbst, wenn eine erfolgreiche Therapie abgeschlossen werden konnte, bleibt meist nur noch die Privatinsolvenz oder ein anderer, langer Weg heraus aus dieser Überschuldung, die leider nur zu oft in wenigen Wochen oder höchstens Monaten angehäuft wurde.

Auswege gibt es, sofern man früh genug erkennt, dass die finanzielle Lage außer Kontrolle gerät und man sich strikt ein Einkaufsverbot auferlegt. Nicht immer haben Menschen, die an Kaufsucht leiden, Angehörige oder Freunde, die ihnen einen Ausweg aufzeigen. Schon sehr früh hilft nur eine Therapie beim Psychologen, den Bezug zum normalen Einkaufen wieder zu erlangen und die Finanzen wieder unter Kontrolle zu bringen. Ein erster Warnhinweis ist ein gesperrtes Konto, ist eine nicht eingelöste Lastschrift, ist ein Mahnverfahren. Steigerungen sind Betrugsanzeigen geprellter Händler und der Besuch vom Gerichtsvollzieher.

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